Reisende planen ihre Urlaube zunehmend rund um den Kauf einzigartiger Artikel. Diese sind in ihren Heimatländern nur schwer zu finden und prägen das jeweilige Reiseziel. Beispiele sind koreanische Kosmetika, französischer Käse oder Schweizer Schokolade. Ist dies der Fall, spricht man vom Reisetrend „Goods Getaway“. Dieser Trend wurde bereits in der Studie Unpack ’25 von Expedia und Fe-Wo-direkt/Vrbo hervorgehoben. Urlaub bedeutet heute für viele nicht mehr nur Sonne, Strand oder Sehenswürdigkeiten. Immer öfter steckt ein neues Motiv dahinter: Reisen, um besondere lokale Güter zu entdecken und mitzunehmen. Der Trend zeigt, wie sich die Perspektive auf Reisen verändert. Weg vom klassischen Sightseeing, hin zu authentischen, greifbaren lokalen Erlebnissen. Produkte können dabei auch als Souvenir mit nach Hause genommen werden.
Goods Getaways kurz und knapp erklärt
Der Begriff „Goods Getaways“ fasst einen neuen Reiseansatz zusammen: Menschen planen und erleben ihre Trips gezielt, um besondere, trendige oder einzigartige Güter und Spezialitäten zu finden, die es zu Hause nicht gibt. Das können lokale Lebensmittel, spezielle Kosmetikprodukte, typische Süßigkeiten oder andere „Craveables“ sein – also Dinge, die man wirklich haben möchte und die einen Story-Wert haben.
Das Besondere daran: Die Reisen selbst drehen sich nicht mehr ausschließlich um klassische Sehenswürdigkeiten. Sie werden vielmehr um das Entdecken, Probieren und Sammeln von speziellen Gütern herum aufgebaut – oft inspiriert durch Social Media.
Während klassische Reisen also eher von Kultur, Natur oder Hotels geprägt sind, fokussiert der Goods Getaways-Trend auf dem, was man mitnimmt – und was bleibt, wenn die Reise vorbei ist: Erinnerungen, Geschmackserlebnisse, Produkte, Geschichten.
Wie stark ist dieser Trend wirklich?
Der Begriff „Goods Getaways“ beschreibt einen neuen Reisetrend. Dabei planen Menschen ihre Reisen gezielt, um besondere, trendige oder einzigartige Produkte zu entdecken, die es zu Hause nicht gibt. Dazu zählen lokale Lebensmittel, spezielle Kosmetik, typische Süßigkeiten oder andere begehrte „Craveables“. Es sind Produkte mit Seltenheitswert und Story-Potenzial.
Die Unpack ´25-Studie basiert auf einer Analyse von Reisedaten und einer globalen Umfrage mit über
25.000 Teilnehmenden aus 19 Ländern. Auf dieser Basis zeigt sie, dass längst nicht nur ein paar Trendsetter auf diesen Zug aufspringen – sondern dieser Ansatz eine ernstzunehmende Bewegung im internationalen Tourismus ist.
Sightseeing steht bei Reisenden zwar nach wie vor hoch im Kurs, doch Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte mit ihren lokalen Köstlichkeiten in der jeweiligen Destination werden immer beliebter. 39% der Reisenden besuchen den globalen Umfragedaten der Studie zufolge örtliche Supermärkte und 44% kaufen lokale Produkte, die sie zu Hause nicht bekommen.
Basierend auf globalen Daten zu Aktivitäten auf Expedia zwischen dem 1. Januar und 1. August 2024 gehören Kaffeetouren in Costa Rica, Teeverkostungen in China und Matcha-Erlebnisse in Japan zu den beliebtesten produktbasierten Erlebnissen auf Expedia. Solche Angebote verbinden Reisen mit direktem Zugang zu lokalen Produkten, Workshops und Verkostungen. Der Fokus des Trips ist klar: Produkte erleben und als Souvenir oder Erinnerung mitnehmen.
Auch Visa hat auf Basis einer anonymisierten Analyse von VisaNet-Daten zwei Beispiele für „Goods Getaway“ gefunden und untersucht. In beiden Fällen fand Visa Hinweise auf erhöhte Touristenausgaben für die jeweiligen Produkte, die eng mit dem Reiseziel verbunden sind. Damit wird nochmal unterstrichen, dass die Verfügbarkeit von Spezialitäten an einem bestimmten Ort ein
wichtiger Motivator für die Wahl des Reiseziels ist.
Social Media mit Plattformen wie TikTok oder Instagram verbreiten virale Food- und Lifestyle-Trends in Windeseile. Rezipienten dieser Fotos und Videos werden so in die entsprechende Stadt oder Region gelockt, da auch sie die trendigen und authentischen Produkte oder Erlebnisse selbst erleben möchten. In einer Welt der digitalen Angebote gewinnt das physische Produkt wieder an Bedeutung – besonders, wenn es lokal, nachhaltig oder selten ist. Selbst ein Besuch im Supermarkt kann für Reisende zu einem kulturellen Erlebnis werden, das sie mit anderen teilen wollen. Insbesondere die Gen Z treibt den Trend „Goods Getaway“ an. Studien zeigen, dass rund mehr als die Hälfte der Gen-Z Reisenden bereits ein Reiseziel basierend auf dem dort erhältlichen Trendprodukt ausgewählt hat.
Fazit und Ausblick
Die „Goods Getaways“ der Gen Z sind die extreme Form eines neuen Shopping-Tourismus. Dieser Reisetrend gewinnt auch in anderen Altersgruppen an Bedeutung. Die Suche nach lokalen Produkten, die es im Heimatland nicht oder nur eingeschränkt gibt, gehört für 44 Prozent der Reisenden weltweit zur Urlaubsplanung. In Deutschland sind es sogar 46 Prozent. Die Jagd nach den besonderen Souvenirs ist damit bereits beliebter als der
Museumsbesuch. Bei 40 Prozent der Deutschen stehen auch Einkaufstouren in Supermärkten in jedem Urlaub auf dem Programm.
Für Urlauber eröffnet dieser Reisetrend viele neue Möglichkeiten:
- Neue Reiseziele entdecken, denn oft führen Goods Getaways in weniger bekannte Städte
oder Regionen. - Essen, probieren, experimentieren – der Urlaub wird zu einer kulinarischen oder lifestyle
orientierten Entdeckungsreise. - Mehr Storytelling – die Erlebnisse bieten Inhalte für Social Feeds, Blogs und persönliche
Reise-Erinnerungen.
Auch für die Reiseindustrie selbst hat der Trend Auswirkungen: Angebote, die lokale Produkte, Kulinarik-Touren oder Shopping-Erlebnisse enthalten, werden stärker nachgefragt. Hotels, Destinationen und Reiseveranstalter können mit speziell kuratierten Erlebnissen punkten, die über klassische Sightseeing-Programme hinausgehen.
Der Reisetrend „Goods Getaways“ zeigt uns, wie sich unser Verhältnis zu Urlaub und Reisen wandelt. Weg von reinem Sightseeing, hin zu Erlebnissen, die man fühlen, schmecken und mitnehmen kann. Inspiriert durch soziale Medien und die Suche nach Authentizität wird der Kauf, das Probieren und das kulturelle Erleben von lokalen Gütern zum eigentlichen Reisegrund. Dadurch sehen wir die Welt mit ganz neuen Augen.
Quellen:
- Expedia: Unpack ’25 – The Trends in Travel & https://www.expedia.de/newsroom/reisetrends
unpack-2025/ - Visa: ‘Goods getaways’ are on the rise in global travel | Visa
- Watson: Urlaub 2025: Darauf legt die Gen Z bei Reisezielen den größten Wert
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